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Liebe Freunde der Fantasy
ich möchte in meinem Heimatort exklusiv von den Ereignissen im „Magischen Universum“ erzählen. In regelmäßigen Abständen soll es eine Fortsetzung geben. Wer mit den vielen Namen, Begriffen und Örtlichkeiten Schwierigkeiten hat, kann bei mir per Mail (Ch-Sternenfeuer@gmx.de) ein ausführliches und umfangreiches Glossar anfordern. Auch Fragen zum Inhalt des Romans werden gerne beantwortet. Lasst für einige Zeit den Alltag hinter euch und taucht ein in die fantastische Welt von Piratenkapitän Hieronymus Stern und begleitet ihn und seine Mannschaft auf seinen abenteuerlichen Fahrten durch das Sternenmeer und auf den Ozeanen unbekannter Welten.
Die Reise beginnt …
Savoi, Erdenbürger!
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Liebe Freunde der Fantasy – 9. Teil DMU

»Kapitän Lethos oder darf ich euch Aurelia nennen, Mylady?«, wobei Hieronymus Stern ihr leichtes Kopfnicken als Zustimmung auffasste. »Also, Aurelia, ich bin ein Gegner des Tempels wie auch seiner Machenschaften. Ich hasse diesen Orden, der übler ist als die schlimmsten Krankheiten, die Menschen jemals erdulden mussten. Wie ein Krake breitet sich dieses Geschwür aus und verschlingt dabei Welt um Welt. Ich bin nur ein kleiner Pirat, der dieser Hydra nicht den Kopf abschlagen kann ohne dass ihr gleich zwei neue nachwachsen. Doch ich versuche, mich zu wehren und ihnen Schaden zuzufügen, denn ich bin wie eine immer wiederkehrende Seuche für den Tempel. Noch nicht wirklich gefährlich, jedoch unangenehm und lästig. Zuviel Herrscher auf zu vielen Welten haben sich mit den Rotröcken eingelassen oder sind ihren Sirenengesängen erlegen. Irgendwann werden sie bereuen, dass sie sich mit diesem Lumpenpack verbündet haben. Es muss Mittel und Wege geben, dieses Übel an der Wurzel zu bekämpfen. Dafür brauche und suche ich nach diesen Artefakten, denn sie sind imstande, mir diese Mittel an die Hand zu geben. Ich habe einige seltsame Verbündete in diesem Kampf gefunden. Jedoch es fehlt der Schlüssel, mit dem das richtige Schloss geöffnet wird. Das Sehende Auge könnte mir dazu verhelfen, diesen Schlüssel zu finden oder ist möglicherweise selbst der Schlüssel. Jirr, ihr kennt ihn ja bereits als Ja´hir, sagte mir, dass etwas in euch ist, dass mich hoffen lässt, ihr könntet eine Verbündete werden. Ihr seht, ich vertraue euch Dinge an, um deren Wissen die Tempeloberen viel geben würden.« Aufmerksam hatte Aurelia dem einäugigen Piraten gelauscht und seine Worte tief einsinken lassen. Sie spürte bereits intuitiv, dass viel mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätzlichkeiten zwischen ihnen vorhanden waren. Nur, dass sie auf verschiedenen Seiten standen. In seiner Gegenwart empfand sie eigenartigerweise ein Gefühl von … Geborgenheit, so seltsam das auch erscheinen mochte. Etwas flackerte in ihrem Inneren auf, etwas, das sie seit langer Zeit nicht mehr empfunden hatte. Konnte es tatsächlich sein, dass sie, die eiskalte Kommandantin und Kriegerin Gefühle für einen Feind des Tempels empfand? Zu lange war sie ohne Gefährten gewesen obwohl es an Angeboten nicht mangelte. Doch seit ihrer Trennung von Fürst Ramoris hatte sie nur gelegentlich einem Liebhaber erlaubt, mit ihr das Lager zu teilen, um den Bedürfnissen des Leibes genüge zu tun. Ihr Herz war nie wieder berührt worden, so sehr sie sich auch nach einem starken Partner sehnte. Angehörige des Ordens kamen für sie aus innerer Überzeugung überhaupt nicht infrage. Andere Männer hatten einfach nicht das Format, den Esprit, um mehr als oberflächliches Interesse hervorzurufen. Sie rief sich zur Ordnung, um die Aussagen des Kapitäns zu überdenken. Der Tempel führte keinen offenen Krieg, denn seine Aktivitäten mussten nach außen immer den Anschein von Rechtschaffenheit, von Respekt vor den Herrschenden und von zur Schau gestellter Demut tragen. In diesen Disziplinen hatten sie es zu unerreichter Meisterschaft gebracht und damit in Jahrhunderten eine Welt nach der anderen unterwandert. Die Geschwindigkeit dieser schleichenden Übernahme hatte in den letzten Jahren dramatisch zugenommen und mit Schrecken erkannte Aurelia auf einmal die wahre Bedrohung, die den zivilisierten Welten drohte. Eine Schreckensherrschaft, die keinerlei Freiheit mehr zulassen würde. Unterwerfung und Gehorsam von Geburt an bis zum Tod waren das unerschütterliche Dogma des Tempelrats. Konnte sie den Aussagen des Kapitäns vertrauen? Die Geschichten, die über ihn in Umlauf waren, sprachen eigentlich dagegen. Der Tempel hatte intern ein diabolisches Bild von diesem Feind gezeichnet. Mit unerbittlicher Grausamkeit sollte er friedliebende Schiffe, Dörfer und kleine Städte überfallen, die Bewohner niedermetzeln, um danach nur verbrannte Erde hinter sich zu lassen. Dieser Mann, ein wahnsinniger Schlächter nach den Aussagen des Tempels, saß nun vor ihr. Allerdings vermittelte er ihr überhaupt nicht diesen Eindruck sondern eher das Gegenteil. Immer mehr spürte sie eine Übereinstimmung mit ihren eigenen Werten, was sie überraschte. Gewiss, seine Erscheinung wirkte bedrohlich, denn das verdeckte Auge machte einen furchterregenden Eindruck. Manchmal vermeinte sie, ein schwaches rötliches Glimmen hinter der Augenkappe zu sehen, dass sie erschreckte. Sie fragte sich insgeheim, was sich hinter dieser Abdeckung wohl verbergen mochte. »Kapitän Stern, ich will eurer Offenheit mit gleicher Aufrichtigkeit begegnen. Ja, euer Ghurka hat recht, ich bin auf einer Suche. Schon seit langen Jahren fahnde ich nach meiner entführten Tochter und sie zu finden, ist mein einziger Lebenssinn geworden. Wie ich in die Hände des Tempels gekommen bin, ist eine andere Geschichte. Doch ich versuche, seine Macht zu nutzen, um meine Nachforschungen durchführen zu können. Wenn ihr mir versprechen könnt, diese Suche mit euch und eurem Schiff weiterzuführen, dann wäre ich bereit, euch in den Besitz des Sehenden Auges zu bringen.« Stern war von ihren emotional vorgetragenen Worten tief berührt. Hier sprach eine verzweifelte Frau, eine Mutter, die ihr Kind suchte und das schon seit langen Jahren. Wie konnte er sich als Mann erdreisten, Kritik an der Art ihrer Suche zu äußern! Jedes Mittel würde ihr recht sein, um dieses Ziel zu erreichen, denn es wäre einfach die Umsetzung eines Naturgesetzes. »Im Grunde genommen, Aurelia«, und Hieronymus Stern benutzte bereits wie selbstverständlich diese Form der vertraulichen Anrede, »ziehen wir praktisch beide an einem Strang. Wir versuchen Dinge zu verhindern oder zumindest zu beeinflussen, hinter denen sich Machenschaften des Ordens offenbaren. Ihr nutzt eure Position von innen heraus, um auch gegen die Interessen des Tempels zu handeln, ich von außen. Sollten wir nicht überlegen, ob wir zusammen eine größere Wirkung erzielen könnten?« Aurelia war mehr als erstaunt, ja geradezu euphorisch, über die Wendung, die ihr Gespräch genommen hatte. Als Gegner hatten sie sich noch vor einigen Augenblicken gegenübergestanden und nun waren sie kurz davor, gemeinsam konspirative Pläne gegen den Tempel zu schmieden. »Kann ich euch vertrauen, Hieronymus? Es hat mich lange Jahre in den Diensten des Ordens gekostet, bis ich dieses Kommando erhalten habe. Ich würde alles aufgeben müssen und alles verlieren, was ich bis dahin erreicht habe. Habt ihr mir mehr zu bieten? Der Tempel wird nicht nur euch, sondern auch mich jagen. In Zukunft noch stärker als bisher. Sie werden ihre Agenten und Meuchelmörder auf uns beide ansetzen.« Wieder überlegte Stern einen längeren Moment, ehe er antwortete. »Nein, Aurelia, eine größere Sicherheit kann ich euch nicht bieten. Doch eine größere Freiheit kann ich euch versprechen, denn diese Angst vor einer Aufdeckung eurer heimlichen Pläne würde von euch abfallen. Und der Sternenteufel ist ein mächtiges Schiff. Er ist fast jedem anderen gewachsen oder überlegen. Außerdem habe ich durchaus starke Freunde und Verbündete, nicht nur unter den Menschen, sondern auch bei den Ghurka und, dies ist ein Geheimnis, dass ich euch nun anvertraue, auch bei den Hütern der Weisheit. Mit ihrer Hilfe kann es mir gelingen, dem Sehenden Auge Informationen zu entlocken, weil sie allein über die notwendige Zugangsmagie verfügen. Warum, glaubt ihr, bin ich so versessen darauf, das Auge unversehrt in meinen Besitz zu bekommen?« Aurelia konnte es nicht glauben, dieser Piratenkapitän ermöglichte ihr vielleicht, das Schicksal und den Aufenthaltsort ihrer Tochter ausfindig zu machen. Eine innerliche Eingebung manifestierte sich und mit einem Mal stand Aurelias Entschluss fest. Sie würde sich ihm anschließen, koste es was es wolle. Ihr Herz hatte die Entscheidung getroffen und so seltsam es schien, dieser Entschluss fühlte sich gut und richtig an. »Ich bin euer, Hieronymus. Versprecht mir, mich bei der Suche nach meiner Tochter mit allen Mitteln zu unterstützen. Nehmt mich in eure Mannschaft auf, dann werden wir gemeinsam den Kampf gegen den Tempel führen.« »Dann soll es so sein, Aurelia. Ich bin froh, euch als Verbündete und neues Mannschaftsmitglied an Bord zu haben. Lasst uns gemeinsam nach eurer Tochter suchen und den Machenschaften des Ordens Einhalt gebieten. Doch sagt noch nichts, bis wir einen Plan haben, wie wir in den Besitz des Auges gelangen. Oder seid ihr euch eurer Leute hier zu hundert Prozent sicher?« Aurelia überlegte kurz und blickte zu der kleinen Gruppe ihrer Mannschaft. »Nein, bei drei oder vier von ihnen bin ich mir ziemlich sicher, dass sie loyal zu mir stehen. Den anderen traue ich zu, dass sie unter Druck oder für Silberlinge Verrat begehen. Wie wollt ihr es anstellen, Hieronymus?« Der Kapitän des Sternenteufel winkte seinen Leibwächter herbei und unterrichtete ihn in wenigen Worten von der neuen Situation. Der Ghurka nickte erfreut und bemerkte nur: »Ich wusste, dass ich mich nicht getäuscht habe, sie ist ein großer Gewinn für uns, Käpt´n.« Hastig entwarf Stern einen Plan, an dessen Feinheiten sie gemeinsam feilten. Es musste improvisiert werden, jedoch durfte kein grober Fehler im Ablauf passieren. Alles hing davon ab, ob es Aurelia ernst meinte und er ihr vertrauen konnte … Ungeduldig blickte de´Soto nach dem Stand der Sonne. Nicht mehr lange, dann brach die Dunkelheit herein. Noch immer war nichts von Kapitän Lethos und ihren Männern zu sehen. Zweifel begannen in ihm zu nagen. War dieser Ghurka am Ende doch nicht der, für den er sich ausgab? Doch de´Soto konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was ein einzelner Ghurka gegen zehn bewaffnete Männer ausrichten mochte oder wozu ein Verrat dienen sollte. Wieder richtete er das Spektrakel auf den Strand. Aufatmend bemerkte er, dass sich das sehnlich erwartete Beiboot inzwischen der Galeone näherte. Doch, wie er mit einem scharfen Blick erkennen konnte, waren es weniger Leute als bei der Hinfahrt. Eindeutig vermochte de´Soto den riesigen Ghurka sowie Aurelia zu identifizieren. Dann waren da noch drei Matrosen an den Ruderblättern, doch wo waren die anderen? Misstrauisch rief er das Boot an als es auf Rufweite herangekommen war. »Käpt´n, ist alles in Ordnung? Wo sind die restlichen Matrosen?« »Es ist alles klar Schiff, de´Soto«, schallte es zurück, wobei er zweifelsfrei die Stimme des Kapitäns erkannte. Kurze Zeit später kletterte sie, zusammen mit Ja´hir, das Fallreep hoch und sprang über die Reling. »Es ist unglaublich, de´Soto. Diese Mengen an Kisten und Bündel zu bergen dauert mit den paar Leuten zu lange, wir brauchen unbedingt Verstärkung. Zusätzlich benötigen wir Lampen und noch mehr Grabzeug. Einiges ist von einem Erdrutsch verschüttet worden, vor allem die Artefakte liegen darunter begraben.« Der Erste schwankte zwischen Begeisterung und Vorsicht. »Hat das nicht bis morgen Zeit? Bei Tageslicht können wir viel besser arbeiten als im flackernden Schein der Öllampen.« »Nein, lasst uns alles so schnell als möglich bergen, morgen zieht vielleicht schon ein Sturm auf, dann ist die gesamte Bergung in Gefahr, de´Soto.« Diesem Argument seines Kapitäns konnte sich der strenge Logiker de´Soto nicht entziehen, daher stimmte er widerstrebend zu. »Ich bin zu erschöpft, de´Soto, darum übertrage ich euch die Aufgabe, die Bergung des Schatzes zu übernehmen. Nehmt noch ein zweites Boot und weitere zehn Matrosen mit, dann sollte die ganze Aktion innerhalb von sechs Stunden geschafft sein.« Die Aussicht, als erster die sagenhaften Artefakte zu bergen und den Ruhm dafür einzustreichen, betäubte de´Soto´s instinktives Misstrauen. Eilig beorderte er zehn weitere Männer mit entsprechender Ausrüstung in die Boote. »Der Maat Ismail kennt den Weg zur Höhle, de´Soto. Seid vorsichtig beim graben, nicht dass es noch zu weiteren Erdrutschen kommt. Und beeilt euch, mir liegt daran, noch heute Nacht den Anker zu lichten und Kurs auf Ladimara zu nehmen.« Kaum hatte der erste Offizier das Schiff verlassen, verschwand Aurelia mit dem Ghurka in der Kapitänsmesse, um gewisse Vorbereitungen zu treffen. Hinten am Achtersteven befand sich die kleine Kapitänsgig und dort hinein verluden Aurelia und der Ghurka in sachter Eile mehrere schwere Kisten. In der Zwischenzeit erreichte de´Soto den Strand und marschierte bei her- einbrechender Dämmerung hinter dem führenden Maat her. Kurze Zeit später hatten sie die schmale Schlucht passiert. Langsam legte sich Dunkelheit über alles, nur mehrere Fackeln spendeten mit ihrem flackernden Schein gespenstisches Licht. De´Soto verspürte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Irgendetwas stimmte nicht, irgendetwas fühlte sich überhaupt nicht richtig an ... »Halt, ihr seid umzingelt. Jede Gegenwehr ist zwecklos. Wir haben zwei Dutzend Armbrüste auf euch gerichtet und wer sich nicht ergibt, wird niedergeschossen.« Hart und befehlend dröhnte die Stimme aus dem Dunkel. Dennoch versuchten zwei oder drei Matrosen, Widerstand zu leisten. Sie zogen ihre Entersäbel, um sich auf den unsichtbaren Feind zu stürzen. Kaum, dass sie ihre Waffen erhoben hatten, vernahm man das furchtbare Sirren zurückschnellender Sehnen. Bolzen zischten durch die Luft und bohrten sich mit einem unangenehmen Geräusch ins Fleisch ihrer Opfer. Mit einem Aufschrei und einem oder mehreren Bolzen im Körper sanken die Leichtsinnigen verletzt zu Boden. »Wer, wer ... ist da?«, stotterte de´Soto in lähmender Überraschung. Dieser Überfall kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel und riss ihn aus allen Träumen. »Das tut nichts zur Sache, de´Soto«, hörte er die harte Stimme erneut. »Man hat euch betrogen. Euer Verräter sitzt in hoher Stellung in euren eigenen Reihen. Ich mache euch ein Angebot, jedoch nur einmal, darum hört gut zu, denn ich werde mich nicht wiederholen. Ihr werdet vier eurer Leute zum Schiff zurückschicken. Sie werden mit beiden Booten am Strand zur Galeone zurückrudern, um dem Kapitän folgenden Befehl zu übermitteln: ›Innerhalb der nächsten vier Stunden wird die gesamte Fracht an Bastillafellen in zwei Boote geladen, die sie anschließend, eine halbe Meile seewärts, auf das Meer pullen. Dort werden sie mit einem ausgeworfenen Treibanker aufgegeben. Die Matrosen kehren in einem dritten Boot zum Schiff zurück.‹ Wenn dieser Befehl ausgeführt wird, erhält die Heilige Kuh und darauf gebe ich mein Wort, freie Fahrt. Somit behaltet ihr euer Leben und könnt im Morgengrauen auf das Schiff zurückkehren. Alles verstanden, de´Soto?« Der erste Offizier kochte vor Wut. Doch hilflos in dieser Falle gefangen, blieb ihm nichts anderes übrig als dem Befehl nachzukommen. Nantau sei Dank, wenigstens die Artefakte blieben von der Plünderung verschont. Damit würde er vor dem Tribunal des Ordens sein Leben, möglicherweise sogar seine Stellung retten können. Ob dies auch für Kapitän Lethos galt, erschien ihm jedoch mehr als fraglich. »In Ordnung , ich akzeptiere eure Befehle, wer auch immer ihr seid«, lautete die Antwort, die er dem unsichtbaren Anführer der Angreifer gab. ›Irgendwann zahle ich diesem Darq die Demütigung zurück‹, schwor sich de´Soto insgeheim voller Grimm, um dann die erhaltenen Anweisungen zu befolgen ... Im Morgengrauen kehrte ein wütender de´Soto, durchnässt von nächtlichen Regenschauern, an Bord der Galeone zurück. Vergeblich suchten er und die Mannschaft nach dem Kapitän, der ebenso verschwunden war wie der riesige Ghurka. Wahrscheinlich war sie von ihm überwältigt und entführt worden, denn es fehlten fast alle persönlichen Gegenstände des Kapitäns, wie auch die verschlossene Truhe mit den darin verwahrten Artefakten. De´Soto sah sich in seinem anfänglichen Misstrauen bestätigt. Sie waren hereingelegt worden und die zusätzliche Entführung einer Adeligen aus einem Fürstenhaus lieferte ihnen eine wertvolle Geisel, die zudem noch ein hohes Lösegeld einbringen mochte. … Unbemerkt glitt im fahlen Zwielicht des aufkommenden Morgens ein riesiger Schatten an der Galeone vorbei und verschwand fast lautlos in der Weite des Meeres.
* Der silberne Reiter *
Ich bin der silberne Reiter, meine Silbermaske gewährt mir magisch Kraft. Der Silbervogel mein treu Begleiter, mein Geist — gefangen in silbern Haft.
Ich reit mit ihr durch Himmels Weiten, bekämpf das Böse überall. Nur Gerechtigkeit soll mich leiten, bring den Unhold ich zu Fall.
Die Maske verleiht Magie, um Zeit und Raum anzuhalten. Diese Kraft versiegt doch nie, denn Schicksals Wille muss nun walten.
Ich bereit den dunklen Mächten, Angst und Schrecken an jedem Ort. Seh bei den Guten nach dem Rechten, steh beim Schicksal doch im Wort.
Treib sie vor mich her in Scharen, zerstreu die finstre Brut. Sie sollen in der Hölle garen und zerschmelzen dort in feurig Glut.
Ich bin Rächer der verlor´nen Seelen und hol sie heim — in der Familie Schoß. Dass sie ihren Liebsten nimmer fehlen, die Freud im Herzen ist dann riesig groß.
Gut und Böse ewig streiten, hell und dunkel ihr Kontrast. Egal ob hier— ob in Sternenweiten, dieser Kampf ist ew´ge Last.
Ich bin als Silberreiter stets zur Stell, um Unrecht zu vermeiden. Silbervogel reitet auf die schnelle, damit entsteht kein neues Leiden.
Gefürchtet von der dunklen Seite, geliebt von Guten und Gerechten. Flieht das Übel – sucht das Weite, jag sie fort – das sie nimmer knechten.
Ich bin der echte Silberreiter, die Maske mein Erkennungszeichen. Es zieht mich fort — weit und immer weiter und hinterlass der bösen Mächte Leichen.



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